Ein Hausarzt Marc Schlosser erzählt aus seiner Praxis. Tag für Tag muss er gut betuchte, exzentrische Künstler und deren oft "hausgemachte" Krankheiten betreuen. Wenn seine Patienten wüssten, mit welch abwertender Ironie er ihre Leiden und Körper betrachtet, würden sie nie mehr seine Praxis betreten.
Eines Sommers konstruiert er einen Urlaub, mit seinem Patienten Ralph Meier und dessen Familie, in einem angemieteten Haus am Meer, um dessen Frau Judith näher zu kommen. Erotik und Sehnsüchte bringen schon sehr bald Unruhe in beider Eheleben. Marcs zwei heranwachsende Töchter, Julia und Lisa, freunden sich schnell mit den gleichaltrigen Jungen von Ralph an. Bei einem ausgelassenen Fest am Meer wird Julia von einem Unbekannten vergewaltigt. Marc sieht rot. Er verdächtigt seinen künstlerischen Gönner und bricht den Urlaub ab.
Einige Zeit später kommt Ralph wegen starker körperlicher Beschwerden in Marcs Hausarztpraxis und wird ein halbes Jahr später beerdigt. War es Selbstjustiz oder ein Kunstfehler was zu Ralphs Tod geführt hat. War es der "Richtige" oder der "Falsche"? Ein Familiendrama oder hinterhältiger Mord? Dies ist hier die Frage.
Herman Koch ist mit "Sommerhaus mit Swimmingpool" ein spannender Thriller gelungen, der den Leser mit Zynismus und bösem Wortwitz spannungsgeladen bis zum bitteren Ende führt.
[empfohlen von Renate Häussler]